Ausschreibungstext:

Steuerungstechnik-Sonnenschutz

a. Allgemeine Beschreibung der Steuerung für Sonnenschutzanlagen


Die Fronten der Lochfensterbeschattung an Gebäuden werden nach Möglichkeit immer einer Himmelsrichtung Ost, Süd, West oder Süd-Ost, Süd-West etc. zugeordnet.

Jedes Lochfenster erhält eine separat zu steuernde Sonnenschutzanlage wie Markisen, Markisoletten, Raffstore, Jalousien oder Rollladen, mit je einem eigenem Elektroantrieb.

Es wird klar definiert ob es sich um innen.- oder außenliegenden Sonnenschutz oder Verdunkelungsanlagen handelt.

Die Elektroantriebe sind als „Einsteck-Rohrantriebe“ auszulegen. Die Versorgungsspannung beträgt 230 V~ / 50 Hz. Die Stromaufnahme richtet sich nach den statischen Erfordernissen des Sonnenschutzanlagen-Herstellers. Die Antriebe verfügen über

  1. ein Planetengetriebe,

  2. eine elektromagnetische Bremse gegen unbeabsichtigtes Abrollen der Sonnenschutzanlage,

  3. einem integrierten Thermoschutz welcher automatisch zu und abschaltet,

  4. eine integrierte, leicht einstellbare präzise Endlagenabschaltung,

  5. ein mind. 0,5 Meter langes Anschlußkabel des Typs H05RR-F 4G0,75 oder gleichwertig mit angespritzter Hirschmannkupplung des Typs STAS-3 mit Sicherungsbügel in IP-54 oder gleichwertig,

  6. die Schutzklasse IP-54 oder höher,

  7. folgende Zertifizierung bzw. erfüllen folgende Vorschriften


Die Ansteuerung der Sonnenschutzanlagen erfolgt als Einzelraumsteuerung d.h. alle Sonnenschutzanlagen welche zu der selben Räumlichkeit gehören, werden von einer zentralen Schaltstelle im Raum bedient bzw. gesteuert.
(Optional muß eine andere Unterteilung der Ansteuerung in einem Raum möglich sein, d.h. es muß auch eine zusätzliche Einzelbedienung einer Sonnenschutzanlage, wenn gewünscht, möglich sein.)

Die örtlichen Schalter (Taster) müssen dem jeweiligen vor Ort gewähltem Schalterprogramm angepaßt werden, insofern der Hersteller diese „Jalousie-Taster“ in seinem Schalterprogramm führt.
Jede oder die Sonnenschutzanlagen müssen über den/die örtlichen Schalter (Taster) gehoben, gesenkt oder in einer Vorzugsposition gestoppt werden können. Die Fahrbefehle werden durch
„Tippbetrieb“ am örtlichen Schalter, d.h. durch Betätigen der jeweiligen Schaltwippe für länger als 1,0 sek. komplett ausgeführt. (Keine Totmannschaltung) Beispiel: Durch kurzes Betätigen der Schaltwippe für den Fahrbefehl „AB“ fährt die Sonnenschutzanlage komplett aus und stoppt in ihrer mechanischen Endlage.

Die Motorsteuereinheiten (MSE) sind als intelligente dezentrale Steuereinheiten auszulegen. Es muß für jedes MSE die Anschlußmöglichkeit einer separaten Netzversorgung (230 V) sowie die Anschlußmöglichkeit einer separaten Steuerleitung (24 V) vorhanden sein. Die MSE sind für die Montage auf 35mm Hutschienen für Schaltschrankmontage oder für die Auf-Putz Montage in Kabelkanälen, Zwischendecken etc. oder auch für die Unter-Putz Montage lieferbar.

Alle Steuerungskomponenten werden nach Möglichkeit ins Gebäudeinnere verlegt. Sie müssen alle an Stellen montiert werden welche reversibel sind, d.h. entweder in Schalträumen der Elektrounterverteilungen, oder in Auf-Putz Verteilerkabelkanälen, oder in Zwischenräumen mit Systemrasterdecken bei welchen sich einzelne Elemente leicht demontieren lassen.
Alle Steuerungskomponenten wo die Notwendigkeit der Außenmontage besteht wie z.B. bei Sonnen.- Regen.- Schnee.- Frostsensoren und Windmesser, müssen absolut witterungsbeständig herstellt sein, auch hinsichtlich Kondensatbildung und UV-Beständigkeit.

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b. Technische Beschreibung der Steuerungskomponenten


Zentralsteuerung (ZS)
Die Zentralsteuerung (ZS) ermöglicht das Ansteuern aller dahinter geschalteten Antriebe je Fassade, Geschoß, Etage oder nach Wünschen der Bauherren. An der „ZS“ muß der Anschluß von Lichtsensoren, beheizten wie unbeheizten Windmesser, Regenmelder, Schneemelder, Frostsensoren und externen Thermostaten möglich sein.

Die „ZS“ muß über ein gut lesbares Klartextdisplay verfügen, wo automatisch die momentan wichtigsten Informationen ablesbar sind. Die Sprache im Klartextdisplay kann wahlweise eingestellt werden auf DEUTSCH; ENGLISCH; FRANZÖSISCH oder NIEDERLÄNDISCH.

Die „ZS“ muß über integrierte, gut sichtbare und einfach zu bedienende Tasten für den Gesamt AUF.- und Gesamt AB-Befehl verfügen. Die Bedienung erfolgt im „Tippbetrieb“, d.h. nach kurzem betätigen fahren alle Sonnenschutzanlagen in ihre jeweilige Endlage für Auf und Ab. Durch nochmaliges Betätigen der Gegentaste können die Sonnenschutzanlagen in einer Vorzugsposition gestoppt werden. Die jeweiligen Auf.- und Abfahrbefehle müssen während der Fahrt mittels blinkender Leuchtdioden (LED) dem Bediener angezeigt werden. Sind die Sonnenschutzanlagen in ihre Endlage (Auf oder Ab) gefahren, wird dieser Zustand ebenfalls durch konstant leuchtende LED´s dem Bediener angezeigt so daß, auch ohne direkten Blickkontakt mit den Sonnenschutzanlagen der jeweilige Zustand erkennbar ist.

Die „ZS“ muß über eine Umschalttaste für Automatik.-/Handbetrieb verfügen. Hierdurch wird gewährleistet das Reinigungs.- und Wartungsarbeiten am Gebäude den Fassaden oder auch den Sonnenschutzanlagen selbst, ungehindert und sicher ausgeführt werden können ohne das die Sonnenschutzanlagen in Betrieb gehen. (WARTUNGSSCHALTER)

Die „ZS“ muß über eine „Informationstaste“ verfügen mittels der die aktuelle Windgeschwindigkeit in km/h und die aktuelle Sonnenintensität in kLux , je Fassade angezeigt wird.

Die „ZS“ gibt alle zenralen Steuerbefehle zu den jeweiligen Aktoren über eine 24 V Busleitung im Schleifringleitungsverfahren weiter.

Die „ZS“ muß über weitere zwei mehrfarbige Leuchtdioden (LED) verfügen, mittels derer die aktuellen Zustände der Sonnensensoren und Windmesser angezeigt werden. Leuchtend oder blinkend zwischen den Farben rot und grün, visualisieren den jeweiligen Zustand der Sensoren für den Bediener, ohne unmittelbaren Sichtkontakt zu den Sonnenschutzanlagen zu haben.

Wenn sich der Windmesser in den letzten 48-Stunden nicht gedreht hat, muß im Klartextdisplay der „ZS“ eine Fehlermeldung erscheinen. „Windmesser Überprüfen“. Somit ist gewährleistet das permanent alle Sonnenschutzanlagen vor Sturmschäden effektiv geschützt sind.

An der „ZS“ müssen folgende Parameter direkt bei der Inbetriebnahme durch eine Fachfirma eingestellt werden können.

An der „ZS“ müssen folgende Parameter durch den Betreiber eingestellt bzw. Gefahrlos verändert werden können.

Wird der eingestellte Windhöchstwert überschritten muß die „ZS“ alle Sonnenschutzanlagen am Gebäude sofort einfahren um diese vor Witterungsunbilden zu schützen. Über die gesamte Dauer des Windalarms muß die „ZS“ alle Steuerstellen im Gebäude ignorieren. Der Windalarm muß wie oben beschrieben an der „ZS“ mittels roter Leuchtdiode visualisiert werden.
Die Schaltkontakte der „ZS“ können direkt als Lastkontakt oder auch potentialfrei verwendet werden. Die Weiterleitung der Windimpulse muß über separate Anschlußklemmen möglich sein.
Über die bereits genannte Sensorig hinaus, muß auch der Anschluß von externen Signalgebern möglich sein. z.B. der Gebäudeleittechnik (GLT).

Die „ZS“ ist so auszuführen, daß sämtliche auch gleichzeitig auftretenden Zentral.- Gruppen.- oder Einzelbefehle zu keinerlei Störungen an den Sonnenschutzanlagen oder Steuerungsgeräten führen.

Empfohlenes Fabrikat: Vestamatic -Helmut Beyers GmbH, Mönchengladbach.

Intelligente Motorsteuereinheiten (MSE)
Die Motorsteuereinheiten (MSE) sind als intelligente dezentrale Steuereinheiten auszulegen und steuern jeweils einen Antrieb. Es muß für jedes MSE die Anschlußmöglichkeit einer separaten Netzversorgung (230 V) sowie die Anschlußmöglichkeit einer separaten Steuerleitung (24 V) vorhanden sein. Die MSE sind für die Montage auf 35mm Hutschienen für Schaltschrankmontage oder für die Auf-Putz Montage in Kabelkanälen, Zwischendecken etc. oder auch für die Unter-Putz Montage lieferbar. Bei jedem MSE muß die Anschlußmöglichkeit für einen separaten „Jalousie-Taster“ vorhanden sein. Es können mehrere MSE variabel über einen Jalousie-Taster angesteuert werden (Gruppenschaltung) oder auch ein MSE über mehrere Jalousie-Taster (Mehrfachbedienung). Die Schaltzeit der Ausgangsrelais, d.h. die Motorlaufzeiten müssen am MSE über Dipschalter eingestellt bzw. den mechanisch notwendigen Laufzeiten der Sonnenschutzanlagen angepaßt werden können. Die Antriebe sind nach Ablauf der eingestellten Zeit komplett Spannungsfrei zu schalten. Bei jedem MSE muß die Anschlußmöglichkeit für eine
24 V BUS-Leitung vorhanden sein, zur Übertragung der Steuerimpulse aus der Zentralsteuerung.

Empfohlenes Fabrikat: Vestamatic -Helmut Beyers GmbH, Mönchengladbach.
 

Motorgruppensteuereinheiten (MGSE)
Die Motorgruppensteuereinheiten (MGSE) sind als dezentrale Steuereinheiten auszulegen und steuern jeweils vier oder acht Antriebe gleichzeitig parallel. Es muß für jedes MGSE die Anschlußmöglichkeit einer separaten Netzversorgung (230 V) sowie die Anschlußmöglichkeit einer separaten Steuerleitung (24 V) vorhanden sein. Die MGSE sind für die Montage auf 35mm Hutschienen für Schaltschrankmontage oder für die Auf-Putz Montage in Kabelkanälen, Zwischendecken etc. oder auch für die Unter-Putz Montage verwendbar.

Empfohlenes Fabrikat: Vestamatic -Helmut Beyers GmbH, Mönchengladbach.
 

Lichtsensoren
Lichtsensor zum direkten Anschluß an die Zentralsteuereinheiten. Der Erfassungswinkel der Lichtsensoren für die Sonneneinstrahlung muß mindestens 120? betragen. Meßbereichswerte liegen zwischen 0,5 kLux und 60 kLux. Das Gehäuse muß in IP 65 ausgeführt sein, montiert auf einem drehbaren Haltebügel. Die Länge der Geräteanschlußleitung beträgt 5 Meter. Am Lichtsensor selbst darf keine Netzspannung (230 V) angeschlossen werden.

Empfohlenes Fabrikat: Vestamatic -Helmut Beyers GmbH, Mönchengladbach.

Windmesser
Der Windmesser wird direkt an der Zentralsteuereinheit angeschlossen. Windesser können wahlweise mit oder ohne thermostatischer Heizung ausgeführt werden. Bei einer Außentemperatur von weniger als 3?C schaltet die Heizung des Windmessers automatisch zu.
Die Versorgungsspannung wird über ein separates Netzteil zur Verfügung gestellt.
Der Windmesser ist als Dreischalengeber auszuführen. Der Meßbereich für die Windgeschwindig- keit beträgt 0 – 100 km/h. Der Windmesser wird auf einem variablen spezial Montagebügel aus Aluminium montiert.

Empfohlenes Fabrikat: Vestamatic -Helmut Beyers GmbH, Mönchengladbach.
 
 
 

Regensensor mit Frostschutz ab +1°C
Der Regensensor besteht aus der eigentlichen Sensoreinheit welche außen montiert wird und dem dazu gehörigen Steuernetzteil. Die Sensoreinheit kann Niederschlag in Form von Regen und Schnee erkennen sowie einen Temperaturabfall unter +1°C. Der Sensor ermittelt seinen Schaltzeitpunkt über eine kapazitive Vergleichsmessung und verfügt über eine integrierte Heizung, so daß Schneefall auch bei Plusgraden als Niederschlag interpretiert werden kann. Am Steuernetzteil wird über drei Leuchtdioden (LED) der jeweilige Witterungszustand angezeigt, so daß auch ohne direkten Blickkontakt nach außen die Wettersituation erkannt werden kann. 1.LED = kein Niederschlag, kein Frost; 2. LED = Niederschlag; 3. LED = Temperatur unter +1°C. Die Empfindlichkeit des Sensors kann am Steuernetzteil in vier verschiedene Stufen nach individuellen Wünschen eingestellt werden. Die Sensoreinheit muß auf einem spezial Montagebügel montiert werden, so daß der Neigungswinkel der Sensoreinheit 15° beträgt.

Empfohlenes Fabrikat: Vestamatic -Helmut Beyers GmbH, Mönchengladbach.


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Textquellen: Der fachlich kompetente Ausschreibungstext in Leistungsverzeichnissen der Steuerungstechnik Sonnenschutz, Herausgegeben von Vestamatic